P-Seminar Geschichte am Gymnasium Pegnitz

"Schüler führen Schüler in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg"

 Das P-Seminar Geschichte der Q11 des Gymnasiums Pegnitz plante, organisierte und leitete eine Exkursion der neunten Klassen ihrer Schule zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Unter dem Motto „Schüler führen Schüler“ war es Aufgabe des Teams unter der Leitung von Herrn StR Felser, Schwerpunktthemen festzulegen und auszuarbeiten sowie einen Rundgang für mehrere Klassen zu konzipieren und mit erarbeitetem Fachwissen als Ansprechpartner und Rundgangsleiter zu agieren. Im Anschluss daran soll die Veranstaltung noch durch eine kleine Ausstellung im Schulgebäude dokumentiert werden. Die Seminarteilnehmer erhielten dabei fundierte Unterstützung und Materialien durch erfahrene Museumspädagogen der Gedenkstätte in Flossenbürg. Zu diesem Zweck fuhr das P-Seminar auch zweimal nach Flossenbürg, um das Gelände zu erkunden und die Schwerpunkte vor Ort auszuarbeiten. Diese beinhalteten das System der Konzentrationslager, die Häftlinge, deren Alltag und die Funktion SS. Des Weiteren erarbeiteten sich die Schüler Kenntnisse zum Thema Zwangsarbeit, die die Häftlinge im dortigen Steinbruch leisten mussten. Aufgrund der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen kamen zahlreiche Häftlinge ums Leben. Zur weiteren Vorbereitung bekam das Seminar die Erlaubnis des Bayerischen Rundfunks, Sequenzen aus der Film-Dokumentation „Überall war Tod“ aus dem 2015 zu verwenden. Anhand von Zeitzeugenberichten, die in der Führung per schuleigener iPads abgespielt wurden, sollte die Unmenschlichkeit des KZ-Alltags noch stärker verdeutlicht werden.  
 

Am Donnerstag, dem 4. Mai 2017, war es dann soweit. Die Schüler des P-Seminars begleiteten die Schüler der drei neunten Klassen nach Flossenbürg. Jeweils zwei Mitglieder des Seminars begleiteten die in fünf Gruppen aufgeteilten Klassen auf das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und gaben ihr Wissen in einer 90-minütigen Führung an ihre Schützlinge weiter. Der Rundgang führte an der SS-Kommandantur vorbei auf den Appellplatz, über die Ausstellung zum Arrestbau, in dem auch der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer gefangen war, bis hin zum Krematorium im sog. „Tal des Todes“. Im Zusammenhang mit dem Thema „Sterben und Tod“, welches den Neuntklässlern durch ihre älteren Mitschüler dort nahegebracht wurde, kamen einige Schüler ins Nachdenken und erfuhren das Ausmaß des nationalsozialistischen Terrorsystems direkt vor Ort. Von Anfang an hatte das P-Seminar ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen den Rundgang für die Neuntklässler anschaulich gestalten!“. Dies gelang. Die Schüler der neunten Klassen, die das Thema „Nationalsozialismus“ bereits im Fach Geschichte behandelt hatten, waren sehr interessiert und stellten viele Fragen. Nach der Führung hatten sie außerdem noch Zeit und Gelegenheit, das Gedenkstättengelände eigenständig zu erkunden, bevor es wieder zurück nach Pegnitz ging. Für die Mitglieder des P-Seminars war die Veranstaltung der Höhepunkt einer langen Vorbereitungszeit, der den Schülern, neben der komplexen Aufgabe, auch aufgrund der tiefgreifenden Thematik, noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Katharina Bulheller, Lena Heringklee, StR A. Felser