Wilde Shamrock Theatre

Pressebericht vom 05.10.2017 aus dem Nordbayerischen Kurier

Alle Jahre wieder – das „Wilde Shamrock Touring Theatre“ am Gymnasium Pegnitz

Wer hätte das geglaubt: Literatur kann wirklich Spaß machen! Bewiesen haben das einmal mehr die drei Ensemblemitglieder des „Wilde Shamrock Touring Theatre“ aus Dublin, das am 4. Oktober 2017 zum mittlerweile zehnten Mal am Gymnasium Pegnitz gastierte.

Die Truppe um Intendant und Regisseur Vincent Moran zeigte das selbst verfasste Stück “The Writers in the Stars“. Bühnenbild oder ausgefeilte Lichttechnik sind für die Gruppe nicht erforderlich. Was an Zubehör fehlt, machen sie mit ihrer Spielleidenschaft wett. Ihr Ziel ist es, mit ihrem Spiel die Sprache Englisch außerhalb des Unterrichts erfahrbar zu machen. Mit der unkonventionellen Präsentation „hoher“ Literatur in überschaubaren Portionen überwinden sie problemlos mögliche Vorbehalte und Hemmschwellen gegenüber – vermeintlich – zu schweren Inhalten. Trotz relativ hohen Sprechtempos konnte das Publikum der Handlung problemlos folgen.

Die gesammelte Oberstufe wurde 90 Minuten lang auf eine Tour de force der englischsprachigen Literatur mit-genommen und auch mit-gerissen von der Spielbegeisterung und der Komik der Akteure, die unermüdlich in neue Rollen schlüpften. Dabei waren Kostüm und Kulisse minimalistisch, setzten nur kleine Akzente oder gaben der Phantasie der Zuschauer pointierte Hilfestellungen. So folgten die ca. 160 Anwesenden gerne in die himmlischen Gefilde eines Schriftstellerhimmels, wo sich einige der größten Autoren der englischsprachigen Literatur einen Wettstreit um die Lesergunst lieferten. Zum Beleg für ihr Können zeigten Ernest Hemingway, Oscar Wilde, Charlotte Bronte und William Shakespeare kurze Szenen aus ihren Werken. Besonders viel Applaus erntete dabei die Balkonszene aus „Romeo and Juliet“, die einerseits in der Originalfassung, andererseits zum besseren Verständnis auch simultan in einer Jugendsprachversion gezeigt wurde. Die Entscheidung darüber, wer nun letztlich der beste aller Autoren sei, wurde dem begeisterten Publikum überlassen, das sich kaum einigen konnte. Aktiv einbezogen wurde die Zuschauer auch beim abschließenden irischen Jodel- und Schenkelklopferlied, mit dem die Vorstellung endete – bis zum nächsten Jahr!